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Um Bewegungen im Maschinenbau mit Schrittmotoren
und den gegebenen Massen schneller als bisher auszuführen, wurde eine
spezielle Schrittmotorsteuerkarte entwickelt. Diese erzeugt eine nach Fig.
1 dargestellte, nicht lineare Beschleunigungskurve/Verzögerungskurve.
Diese Kurven sind dem Drehmoment insbesondere von Schrittmotoren
angepasst, die bekanntlich schon unter 1000 U/min einen starken
Drehmomentabfall zeigen. Fig. 2. Die nicht lineare Beschleunigung/Verzögerung ist einer linearen Beschleunigung/Verzögerung überlegen, da
neben einer stärkeren Beschleunigung bei niedrigen Drehzahlen auch eine höhere
Max. Drehzahl des Schrittmotors erreicht wird, was sich sehr stark auf den
zurückgelegten Weg pro Zeiteinheit auswirkt. Fig. 3. Der kritische Punkt
bei einer linearen Beschleunigung/Verzögerung liegt unmittelbar vor
Erreichen der Max. Drehzahl oder zu Beginn der Verzögerung, (in Fig. 1
mit Kreisen markiert) weil der Schrittmotor bei der hohen Drehzahl weniger
Drehmoment hat. Er droht außer Tritt zu geraten und ist nicht mehr
kontrollierbar.
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Fig.1
zeigt sogar, dass die Steilheit der nicht linearen Kurven im Bereich
zwischen 4000 und 5000 Schritten pro Sekunde kleiner ist als bei den
linearen Kurven. Das heißt, in diesem Drehzahlbereich ist eine größere
Drehmomentreserve als bei den linearen Kurven vorhanden.
Die
nicht lineare Beschleunigung/Verzögerung erfordert jedoch einen höheren
Programmieraufwand, insbesondere für die Berechnung des Verzögerungsbeginns
der Schrittmotoren.
Auf
der dafür entwickelten Steuerkarte im Europaformat sind die
Beschleunigungs-/Verzögerungskurven, sowie VCO, Digitaleingänge für
Start/Stop, Beschleunigung/Verzögerung und Einzelschritt, sowie die
Begrenzung der Max. Frequenz/Drehzahl durch einen Analogeingang von 0 –
10V für 2 Schrittmotoren enthalten. Fig. 4. Die Startfrequenz lässt sich
von 300Hz bis 600Hz einstellen, die Max. Frequenz beträgt für dieses
Beispiel 6kHz.
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Aufbau und Schnittstellen
Die
Schnittstelle zu der Schrittmotorsteuerkarte ist exakt so gewählt, dass
Funktionen, welche viel einfacher in Analogtechnik aufgebaut werden können,
(Rampe für Beschleunigung und Verzögerung und der Spannungsgesteuerte
Oszillator VCO usw.) auf der Schrittmotorsteuerkarte angeordnet sind, und
Funktionen welche von einer CPU des Automatisierungsgerätes (zählen,
vergleichen, speichern, rechnen, verknüpfen, usw. also die digitalen
Funktionen) mit der zyklischen Abarbeitung eines Anwenderprogramms ausgeführt
werden. Dadurch sind vom
einer SPS aus gesehen nur 6 Verbindungen notwendig: Die DA
(Digitalausgänge) Start /Stop, Beschleunigen /Verzögern, Einzelschritt,
die DE (Digitaleingänge) Stoppen möglich und der Takteingang, welcher
auch zur Leistungsendstufe geführt wird und ein Analogausgang als
Maximaldrehzahlbegrenzung. Die Drehrichtungsbefehle gehen direkt zu den
Leistungsendstufen der Schrittmotoren und werden auf der
Schrittmotorsteuerkarte nicht benötigt. Der Vorteil ist auch, dass die
wichtige Beschleunigungs- Verzögerungsfunktion oder Rampe genannt, mit
einem Oszilloskop beobachtet werden kann und durch Verändern eines
Bauteils flacher oder steiler gemacht, den Eigenschaften des Schrittmotors
und dem Lastmoment angepasst werden kann. Die Qualität entsprechend dem
Industriestandart ist durch folgende Punkte gegeben:
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Leiterplatte
Europaformat nur einseitig mit CU beschichtet.
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Bestückung
mit Bedrahteten, elektronischen Standartbauteilen.
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Alle
Bauteile von mehreren Herstellern einsetzbar.
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Anschlussstecker
nach DIN 41612 Reihe a c bestückt 32polig.
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Unterlagen
für Kontrolle / Reparatur durch Fachpersonal beiliegend.
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Einbaubar
in 19 Zoll Gehäuse 3HE mit den meisten Schrittmotorendstufen
zusammen.
Als
Alternative zu der Schrittmotorsteuerkarte gibt es auch sehr viele
komplizierte und teure Produkte mit eigenen, extra schnellen
Mikroprozessoren oder CPUs. Die für den Schrittmotorantrieb entscheidende
Rampe wird nebensächlich gegenüber Busleitungen, Kommunikation, Störmeldungen,
Bedieneroberfläche oder Plattformen für die Parametrierung/
Programmierung. In umfangreichen Handbüchern ist auch keine
Einheitlichkeit zwischen den Produkten zu finden was den Einsatz dieser
Produkte erschwert. Die komplexen Hardwareprodukte müssen wie alle
heutigen PC- Komponenten so kompakt aufgebaut werden dass diese nicht mehr
reparierbar sind (wer kann da noch auf Multilayerplatten Fehler suchen und
gegebenenfalls ein defektes elektronisches Bauteil, bei Rastermaßen von
1,27mm oder kleiner, austauschen?) und somit nur als Elektronikschrott
entsorgt werden können. Deshalb sind Qualität und Verfügbarkeit dieser
Produkte als Industrieelektronik für robuste Maschinen schlecht geeignet.
Nach einigen Jahren sind erfahrungsgemäß für diese Produkte meist keine
Unterstützung, weder im Service noch bei Ersatzteilen vorhanden, oder
diese Leistungen sind besonders teuer. Die Begründung liegt in der
„Kurzlebigkeit“ von den eingesetzten elektronischen Komponenten wie
Mikroprozessoren, programmierbare Speicherbauteile, kundenspezifische
integrierte Schaltungen bei welchen es keinen Zweitlieferanten gibt,
inklusive dem Steuerungsprogramm. Oft ist das Ende der Lebensdauer
erreicht, wenn die eingelötete Lithiumbatterie für die Datenhaltung
entladen ist.
Demgegenüber
ist der Grundaufbau der Maschinen viel langlebiger, wobei Verschleißteile
wie Lager, usw. als genormte Teile auch in 20 Jahren noch erhältlich sein
werden. |